
Rohstoffe
Carsten Stork
08. Juni 2026
AUD/USD unter Druck: Starker Dollar belastet den riskanten Aussie
AUD/USD unter Druck: Starker Dollar belastet den riskanten Aussie

Der Australische Dollar ist in der vergangenen Woche deutlich unter Druck geraten. AUD/USD verlor auf Wochenbasis 2,01 % und schloss bei 0,7041. Der stärkste Abverkauf kam am Freitag nach den deutlich besser als erwarteten US-Arbeitsmarktdaten. Der robuste Jobbericht hat den US-Dollar massiv gestützt, weil der Markt nun wieder stärker damit rechnet, dass die Fed die Zinsen nicht senken kann, sondern bis Jahresende sogar erneut anheben könnte.
Für den Austral-Dollar ist dieses Umfeld schwierig. AUD/USD ist stark risikosensitiv. Wenn Aktienmärkte, Kryptowährungen und Rohstoffe gleichzeitig unter Druck geraten, wird der Aussie häufig mitverkauft. Genau dieses Muster haben wir in der vergangenen Woche gesehen. Der Markt reduzierte Risiko, der US-Dollar wurde gesucht, und der Australische Dollar konnte sich diesem Druck nicht entziehen.
Hinzu kommt, dass die Zinsdifferenz wieder stärker gegen AUD/USD arbeitet. Die Reserve Bank of Australia hat zwar in diesem Jahr bereits mehrfach die Zinsen angehoben, signalisiert aktuell aber eher eine abwartende Haltung. Gleichzeitig verschiebt sich die Erwartung in den USA wieder in Richtung höherer Fed-Zinsen. Das nimmt dem Aussie kurzfristig einen wichtigen Unterstützungsfaktor.
Auch die COT-Daten zeigen, dass das Managed Money bereits vorsichtiger geworden ist. Die spekulativen Long-Positionen wurden deutlich reduziert und liegen aktuell nur noch bei knapp 42.000 Kontrakten. Vor wenigen Wochen lag diese Positionierung noch bei mehr als 85.000 Kontrakten. Das zeigt, dass ein großer Teil der Euphorie bereits abgebaut wurde.
Saisonal könnte AUD/USD kurzfristig noch einmal anfällig bleiben. Ein weiteres Tief bis Mitte Juni ist möglich. Danach verbessert sich das saisonale Bild jedoch wieder, sodass eine Erholung wahrscheinlicher werden könnte.
Fazit:
AUD/USD hatte eine schwache Woche. Das Minus von 2,01 % und der Schlusskurs bei 0,7041 zeigen klaren Druck durch den starken US-Dollar und das Risk-Off-Umfeld. Kurzfristig bleibt ein weiteres Tief möglich. Gleichzeitig sind die COT-Daten nach dem Positionsabbau nicht mehr überhitzt, und saisonal könnte sich ab Mitte Juni ein besseres Zeitfenster öffnen. Die Position bleibt deshalb eng zu beobachten.

Carsten Stork
Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.