Baumwolle: Saisonaler Gegenwind hält vorerst an
Rohstoffe
Carsten Stork
15. Juni 2026

Baumwolle: Saisonaler Gegenwind hält vorerst an

Baumwolle: Saisonaler Gegenwind hält vorerst an


Der Baumwolle-Future, gehandelt an der ICE US, beendete die vergangene Handelswoche erneut im Minus. Auf Wochensicht verlor der Dezember-Kontrakt 1,34 % und schloss bei 76,42 US-Cents.

Damit bleibt Baumwolle kurzfristig unter Druck. Die Bewegung ist zwar nicht dramatisch, aber der Markt schafft es weiterhin nicht, eine klare Aufwärtsdynamik zu entwickeln. Gerade in einem Umfeld, in dem der US-Dollar zuletzt nur leicht schwächer tendierte und die Ölpreise deutlich nachgaben, fehlt Baumwolle aktuell der entscheidende Impuls nach oben.

Fundamental gab es zuletzt durchaus gemischte Signale. Die USDA-Daten zeigen, dass die alten Erntebestände reduziert wurden, während die Exportprognose angehoben wurde. Das ist grundsätzlich kein negatives Signal. Gleichzeitig bleibt das Tempo bei den Exporten aber weiter hinter dem historischen Durchschnitt zurück. Der Markt bekommt also Unterstützung auf der Angebotsseite, aber noch keine wirklich starke Bestätigung über die Nachfrage.

Interessant bleibt der Blick auf die COT-Daten. Das Managed Money hält weiterhin eine relativ starke Long-Position von über 75.000 Kontrakten. Das spricht strukturell eher für den Markt, weil institutionelle Marktteilnehmer Baumwolle weiterhin nicht aufgegeben haben. Ein klarer Abbau dieser Position wäre deutlich kritischer zu werten.

Kurzfristig bleibt jedoch die Saisonalität ein Belastungsfaktor. Baumwolle neigt in dieser Phase bis in den Frühsommer hinein häufig zu Schwäche. Genau dieses Muster sehen wir aktuell auch im Markt. Deshalb ist es aus meiner Sicht wichtig, die Bewegung nicht zu früh zu erzwingen, sondern dem Trade noch etwas Zeit zu geben.

Fazit:

Baumwolle bleibt kurzfristig enttäuschend und schloss die Woche mit einem Minus von 1,34 % bei 76,42 US-Cents. Die saisonale Schwächephase hält an, gleichzeitig sprechen die COT-Daten mit einer weiterhin hohen Managed-Money-Long-Position strukturell eher für den Markt. Ich beobachte die Position weiter engmaschig. Noch fehlt der klare Impuls nach oben, aber das übergeordnete Bild ist aus meiner Sicht noch nicht gebrochen.
Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.