Bitcoin bleibt angeschlagen – schwacher Wochenabschluss, aber Managed Money baut Longs aus
Rohstoffe
Carsten Stork
24. Mai 2026

Bitcoin bleibt angeschlagen – schwacher Wochenabschluss, aber Managed Money baut Longs aus

Bitcoin bleibt angeschlagen – schwacher Wochenabschluss, aber Managed Money baut Longs aus


Der Bitcoin-Future an der CME musste in der vergangenen Woche erneut deutlich nachgeben. Auf Wochensicht verlor der Kontrakt 4,09 % und schloss bei 75.915 US-Dollar. Besonders auffällig ist, dass der Markt die Woche nahezu am Wochentief beendet hat. Das spricht kurzfristig für eine schwache technische Verfassung und zeigt, dass Käufer zum Wochenschluss kaum in der Lage waren, eine nachhaltige Gegenbewegung aufzubauen.

Belastend wirkte vor allem das makroökonomische Umfeld. Die jüngsten Fed-Signale fielen deutlich hawkischer aus. Mehrere Fed-Mitglieder betonten, dass weitere Zinserhöhungen nicht ausgeschlossen werden können, falls die Inflation erhöht bleibt. Gleichzeitig preist der Markt inzwischen wieder die Möglichkeit einer Zinserhöhung im Oktober 2026 ein. Für Bitcoin ist das ein schwieriges Umfeld, weil höhere Realzinsen und ein stärkerer US-Dollar Risikoanlagen grundsätzlich belasten.

Zusätzlich bleibt die Lage im Nahen Osten ein zentraler Unsicherheitsfaktor. Hoffnungen auf Fortschritte bei einem möglichen US-Iran-Abkommen sorgten zwar zwischenzeitlich für eine Stabilisierung, doch belastbare Details fehlen weiterhin. Solange keine klare Lösung vorliegt und die Energiepreise erhöht bleiben, bleibt auch das Risiko bestehen, dass die Fed länger restriktiv bleiben muss als vom Markt lange erwartet.

Technisch ist der Wochenabschluss daher ernst zu nehmen. Bitcoin konnte wichtige Unterstützungsbereiche nicht überzeugend verteidigen und bleibt anfällig für weitere Rücksetzer. Ein nachhaltiger Rebound müsste nun relativ schnell einsetzen, um das kurzfristig angeschlagene Bild zu stabilisieren.

Interessant bleiben dagegen die COT-Daten. Das Managed Money nutzt den Kursrückgang offenbar erneut zum Aufbau von Long-Positionen und hält aktuell 2.112 Kontrakte Long. Damit liegt die Positionierung nahe dem Hoch vom 10. April 2026. Das zeigt, dass institutionelle Marktteilnehmer den Rücksetzer nicht nur als Risiko, sondern auch als mögliche Einstiegschance bewerten.

Fazit:
Bitcoin bleibt kurzfristig technisch angeschlagen. Der Wochenverlust von 4,09 %, der Schlusskurs nahe dem Wochentief und das hawkischere Fed-Umfeld sprechen gegen schnelle Entwarnung. Gleichzeitig zeigt der Long-Aufbau des Managed Money, dass der Rücksetzer institutionell weiter gekauft wird. Entscheidend wird jetzt, ob Bitcoin zeitnah eine technische Stabilisierung schafft oder ob aus der aktuellen Schwäche eine tiefere Korrektur entsteht.
Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.