
Rohstoffe
Carsten Stork
08. Juni 2026
Bitcoin-Future bricht ein: 60.000-Dollar-Marke wird zum entscheidenden Test
Bitcoin-Future bricht ein: 60.000-Dollar-Marke wird zum entscheidenden Test

Der an der CME gehandelte Bitcoin-Future hat eine sehr schwache Handelswoche hinter sich. Auf Wochenbasis verlor der Kontrakt 16,20 % und schloss am Freitag bei 61.845 US-Dollar. Zwischenzeitlich fiel Bitcoin sogar unter die wichtige Marke von 60.000 US-Dollar. Damit hat sich der Verkaufsdruck im Kryptomarkt deutlich verschärft und eine zentrale Unterstützungszone erreicht.
Der Abverkauf kam nicht isoliert aus dem Kryptomarkt. Die starken US-Arbeitsmarktdaten haben die Zinserwartungen in den USA deutlich nach oben verschoben. Der Markt rechnet inzwischen wieder stärker damit, dass die Fed die Zinsen nicht senken kann, sondern im weiteren Jahresverlauf sogar anheben könnte. Für Risikoanlagen ist das ein schwieriges Umfeld. Bitcoin wurde in dieser Phase nicht als unabhängiger Wertspeicher gehandelt, sondern als hochliquider Risiko-Asset, der bei breitem Liquiditätsdruck verkauft wird.
Zusätzlich belasteten Abflüsse aus Bitcoin-ETFs und Long-Liquidationen. Wenn wichtige technische Marken fallen, werden gehebelte Positionen automatisch aus dem Markt gedrückt. Genau diese Dynamik hat den Abverkauf zusätzlich verstärkt. Der Bereich um 60.000 US-Dollar ist deshalb jetzt entscheidend. Hält diese Zone, könnte sich kurzfristig eine Stabilisierung ausbilden. Wird sie nachhaltig unterschritten, droht eine Ausweitung der Korrektur.
Interessant bleiben dagegen die COT-Daten. Das Managed Money hat seine Long-Position weiter ausgebaut und hält aktuell knapp über 2.400 Kontrakte netto long. Das ist kein extremes Niveau, zeigt aber, dass institutionelle Anleger den Bitcoin-Future trotz der jüngsten Schwäche nicht vollständig aufgegeben haben.
Saisonal könnte sich das Bild ab Mitte Juni verbessern. Bis dahin bleibt Bitcoin jedoch technisch angeschlagen und stark abhängig vom allgemeinen Risikoappetit.
Fazit:
Der Bitcoin-Future hatte mit einem Wochenminus von 16,20 % eine sehr schwache Woche. Der Schlusskurs bei 61.845 US-Dollar und der zeitweise Bruch unter 60.000 US-Dollar zeigen klaren Stress im Markt. Kurzfristig bleibt die 60.000-Dollar-Zone entscheidend. Die COT-Daten sind leicht konstruktiv, und saisonal könnte ab Mitte Juni ein besseres Zeitfenster beginnen. Vorher muss der Markt aber erst zeigen, dass die Liquidationsphase nachlässt und Käufer wieder Kontrolle übernehmen.

Carsten Stork
Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.