Bitcoin verliert Momentum – Makro-Druck schlägt auf Krypto durch
Rohstoffe
Carsten Stork
18. Mai 2026

Bitcoin verliert Momentum – Makro-Druck schlägt auf Krypto durch

Bitcoin verliert Momentum – Makro-Druck schlägt auf Krypto durch


Der Bitcoin-Future an der CME ist in der vergangenen Woche deutlich unter Druck geraten. Auf Wochensicht verlor der Future 1,52 % und schloss bei 79.865 US-Dollar. Besonders auffällig war dabei der schwache Wochenschluss. Bitcoin wurde am Freitag noch einmal deutlich abverkauft und ging nahezu am Wochentief aus dem Handel. Das zeigt, dass der Druck auf Risikoassets zum Wochenende eher zugenommen hat.

Der Belastungsfaktor lag vor allem im makroökonomischen Umfeld. Steigende US-Renditen, ein stärkerer Dollar und die zunehmende Erwartung möglicher Fed-Zinserhöhungen haben den gesamten Risikokomplex belastet. Hinzu kam die geopolitische Unsicherheit rund um die Straße von Hormus. Die jüngsten Drohungen Irans, Transitgebühren beziehungsweise eine Art Kontrollmechanismus für Schiffe durchzusetzen, haben die Sorge vor weiteren Störungen im Energiehandel verstärkt. In einem solchen Umfeld geraten spekulative und zinssensitive Assets wie Bitcoin schnell unter Druck.

Auch die Nachrichtenlage rund um den CLARITY Act konnte den Markt nur kurzfristig stützen. Zwar wurde die regulatorische Entwicklung zunächst positiv aufgenommen, doch viele Marktteilnehmer nutzten den Anstieg offenbar für Gewinnmitnahmen. Der anschließende Rücksetzer zeigt, dass gute Nachrichten aktuell nicht ausreichen, wenn Makro, Zinsen und Geopolitik gleichzeitig gegen den Markt laufen.

Die COT-Daten bestätigen ebenfalls keine starke bullische Überzeugung. Das Managed Money hat seine Long-Position zuletzt wieder leicht reduziert und hält nur noch 1.259 Kontrakte long. Das ist für Bitcoin keine aggressive Positionierung und zeigt, dass institutionelle Marktteilnehmer weiterhin vorsichtig bleiben.

Fazit:
Der Bitcoin-Future bleibt angeschlagen. Der Wochenverlust von 1,52 %, der schwache Schluss nahe dem Wochentief und die rückläufige Managed-Money-Long-Position sprechen für erhöhte Vorsicht. Solange US-Renditen steigen, der Dollar fest bleibt und die geopolitischen Risiken rund um Hormus weiter bestehen, bleibt Bitcoin anfällig. Die Struktur ist nicht gebrochen, aber kurzfristig fehlt dem Markt klarer Rückenwind.
Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.