Bund-Future bleibt unter Druck – Käufer verteidigen erneut die Zone unter 125
Rohstoffe
Carsten Stork
11. Mai 2026

Bund-Future bleibt unter Druck – Käufer verteidigen erneut die Zone unter 125

Bund-Future bleibt unter Druck – Käufer verteidigen erneut die Zone unter 125


Der deutsche Bund-Future zeigte in der vergangenen Woche erneut genau das Muster, das wir in den vergangenen Wochen bereits mehrfach gesehen haben. Immer dann, wenn der Future unter die Marke von 125 fällt und es so aussieht, als könne der Markt jetzt nach unten durchbrechen, kommen wieder Käufer in den Markt. So auch in der abgelaufenen Handelswoche.

Am Montag markierte der Bund-Future sein Wochentief bei 124,69. Von dort setzte eine spürbare Gegenbewegung ein, die den Kontrakt bis Donnerstag auf ein Wochenhoch von 126,14 führte. Am Ende beendete der Bund-Future die Woche bei 125,72 und lag damit auf Wochenbasis +0,34 % im Plus. Kurzfristig zeigt sich also weiterhin eine gewisse Stabilisierung im Bereich unterhalb von 125 Punkten.

Aus unserer Sicht ändert diese Gegenbewegung jedoch nichts am übergeordneten Bild. Die strukturellen Belastungsfaktoren für europäische Staatsanleihen bleiben bestehen. Die Schuldenthematik dürfte in diesem Jahr sowohl in Deutschland als auch in Europa noch deutlich stärker in den Fokus rücken. Höhere Defizite, steigender Finanzierungsbedarf und die Diskussion über die langfristige Tragfähigkeit staatlicher Haushalte können dazu führen, dass Investoren höhere Renditen verlangen.

Genau das wäre für den Bund-Future grundsätzlich belastend. Steigende Renditen bedeuten fallende Kurse bei Anleihen und damit auch Druck auf Bund- und Bond-Futures. Die aktuelle Stabilisierung ist deshalb eher als technische Gegenbewegung zu sehen, nicht als Entwarnung. Solange der Markt den Bereich um 125 Punkte immer wieder verteidigt, bleibt Geduld gefragt. Der eigentliche Test kommt, wenn diese Zone nachhaltig unterschritten wird.

Fazit:
Der Bund-Future hat sich kurzfristig stabilisiert und die Woche trotz zwischenzeitlichem Bruch unter 125 Punkten im Plus beendet. Für uns bleibt das übergeordnete Bild dennoch kritisch. Die Schuldenthematik in Deutschland und Europa dürfte 2026 ein zentrales Thema bleiben. Steigende Anleihenrenditen würden den Bund-Future belasten. Deshalb bleibt der Markt für uns mittelfristig anfällig für eine erneute Abwärtsbewegung.
Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.