
Rohstoffe
Carsten Stork
08. Juni 2026
Bund-Future schließt schwach: Zinsdruck bleibt der entscheidende Belastungsfaktor
Bund-Future schließt schwach: Zinsdruck bleibt der entscheidende Belastungsfaktor

Der Bund-Future hat die vergangene Woche mit einem Minus von 0,49 % beendet und bei 125,61 Punkten geschlossen. Besonders auffällig ist dabei, dass der Schlusskurs fast am Wochentief lag. Das zeigt: Die Schwäche kam nicht nur kurzfristig in den Markt, sondern hielt bis zum Handelsende an. Für einen Markt wie den Bund-Future ist das ein wichtiges Signal, weil schwache Schlusskurse häufig auf anhaltenden Verkaufsdruck und fehlende Nachfrage nach Duration hindeuten.
Diese Entwicklung war aus meiner Sicht erwartbar. Der wichtigste Impuls kam erneut von der Zinsseite. Vor allem die starken US-Arbeitsmarktdaten haben die Renditen nach oben getrieben und damit den Druck auf Anleihefutures erhöht. Wenn der Markt beginnt, wieder stärker über Zinserhöhungen statt über Zinssenkungen zu diskutieren, ist das für langlaufende Staatsanleihen grundsätzlich belastend. Genau dieses Umfeld sehen wir derzeit.
Der Bund-Future reagiert damit auf ein verändertes Zinsbild. Die Hoffnung auf schnelle geldpolitische Entspannung ist deutlich kleiner geworden. Stattdessen rückt wieder die Frage in den Vordergrund, ob die Notenbanken bei robuster Konjunktur und erhöhter Inflation länger restriktiv bleiben müssen. Für den Bund-Future bedeutet das: Steigende Renditeerwartungen wirken direkt negativ auf die Kurse.
Aus technischer Sicht ist der schwache Wochenschluss ebenfalls nicht konstruktiv. Ein Schlusskurs nahe dem Wochentief spricht dafür, dass die Käuferseite bislang wenig Bereitschaft zeigt, den Markt auf diesem Niveau nachhaltig zu stützen. Solange sich dieses Bild nicht verändert, rechne ich weiterhin mit fallenden Kursen im Bund-Future.
Fazit:
Der Bund-Future bleibt unter Druck. Das Wochenminus von 0,49 % und der Schlusskurs bei 125,61 Punkten nahe dem Wochentief bestätigen die schwache Struktur. Der zentrale Belastungsfaktor bleibt die Zinsseite. Nach den starken US-Arbeitsmarktdaten hat sich das Umfeld für Anleihen weiter verschlechtert. Ich gehe deshalb weiterhin davon aus, dass wir im Bund-Future niedrigere Kurse sehen werden.

Carsten Stork
Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.