
Rohstoffe
Carsten Stork
24. Mai 2026
EUR/USD bleibt ohne Dynamik – Dollar-Stärke verhindert Erholung
EUR/USD bleibt ohne Dynamik – Dollar-Stärke verhindert Erholung

Der Euro zum US-Dollar zeigte in der vergangenen Woche erneut wenig Dynamik. Auf Wochensicht verlor EUR/USD 0,20 % und schloss bei 1,16022. Damit war es insgesamt eine eher unspektakuläre Handelswoche ohne klare Trendbeschleunigung. Dennoch bleibt das technische Bild leicht belastet, weil der Euro trotz zwischenzeitlicher Erholungsversuche keine nachhaltige Stärke gegenüber dem US-Dollar aufbauen konnte.
Der wichtigste Faktor bleibt weiterhin die Entwicklung der US-Zinserwartungen. Die Fed-Debatte hat sich in den vergangenen Wochen klar verändert. Der Markt diskutiert nicht mehr primär über Zinssenkungen, sondern zunehmend wieder über die Möglichkeit, dass die Fed bei anhaltend erhöhter Inflation länger restriktiv bleiben oder perspektivisch sogar erneut erhöhen muss. Für den US-Dollar ist dieses Umfeld grundsätzlich unterstützend, während es EUR/USD nach oben begrenzt.
Auch die jüngsten Aussagen aus dem Fed-Umfeld passen in dieses Bild. Fed-Mitglieder betonen zunehmend, dass alle Optionen offenbleiben müssen. Gleichzeitig bleibt die Lage im Nahen Osten ein Unsicherheitsfaktor, weil höhere Energiepreise den Inflationsdruck verlängern können. Solange dieses Risiko besteht, fällt es dem Markt schwer, eine klare Dollar-Schwäche zu handeln.
Auf der europäischen Seite fehlt gleichzeitig ein starker eigener Impuls. Die EZB bleibt datenabhängig, aber der Markt sieht die USA derzeit stärker im Fokus. Für EUR/USD bedeutet das: Die Bewegung wird weiterhin vor allem durch den Dollar, US-Renditen und die Fed-Erwartungen bestimmt.
Interessant bleiben die COT-Daten. Das Managed Money hält im Euro weiterhin 33.513 Kontrakte Long. Damit ist die Positionierung zwar noch positiv, aber deutlich geringer als Mitte Februar. Der Long-Aufbau wurde also bereits spürbar reduziert. Das spricht nicht für übermäßige Euphorie im Euro, zeigt aber auch, dass spekulative Anleger die Gemeinschaftswährung noch nicht vollständig aufgegeben haben.
Fazit:
EUR/USD bleibt kurzfristig richtungslos bis leicht belastet. Der Wochenverlust von 0,20 % und der Schlusskurs bei 1,16022 zeigen eine ruhige, aber wenig überzeugende Woche. Entscheidend bleibt, ob der US-Dollar durch die hawkischere Fed-Debatte weiter unterstützt wird. Solange das der Fall ist, dürfte es für den Euro schwer bleiben, nachhaltig nach oben auszubrechen.

Carsten Stork
Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.