
Rohstoffe
Carsten Stork
11. Mai 2026
EUR/USD erholt sich weiter – Dollar verliert trotz Safe-Haven-Argument an Stärke
EUR/USD erholt sich weiter – Dollar verliert trotz Safe-Haven-Argument an Stärke

Der Euro konnte gegenüber dem US-Dollar in der vergangenen Woche erneut zulegen. EUR/USD gewann auf Wochenbasis +0,57 % und schloss bei 1,17849.
Damit liegt das Währungspaar seit Jahresbeginn aktuell leicht im Plus bei +0,38 %. Das ist zwar auf Jahressicht noch keine große Bewegung, aber die Erholung seit Ausbruch der Krise ist bemerkenswert. Vor allem deshalb, weil der US-Dollar trotz geopolitischer Unsicherheit nicht nachhaltig als klassischer Safe Haven profitieren konnte.
Der Markt scheint zunehmend daran zu zweifeln, dass der Dollar in diesem Umfeld automatisch die stärkere Seite bleibt. Zwar sind die US-Arbeitsmarktdaten robuster ausgefallen als erwartet, und die Arbeitslosenquote blieb stabil bei 4,3 %. Gleichzeitig reicht das aber nicht aus, um neue Dollar-Dynamik auszulösen. Die Fed dürfte weiter auf Hold bleiben, schnelle Zinssenkungen sind nicht wahrscheinlich, aber auch ein klar hawkisher Impuls fehlt. Genau diese Mischung nimmt dem Dollar aktuell etwas Rückenwind.
Hinzu kommt, dass die Märkte auf eine mögliche Entspannung im US-Iran-Konflikt setzen. Der Dollar-Index konnte trotz hoher Ölpreise und erneuter Spannungen rund um die Straße von Hormuz die Marke von 100 Punkten nicht nachhaltig zurückerobern. Das unterstützt EUR/USD und zeigt, dass der Markt die geopolitische Risikoprämie nicht mehr automatisch zugunsten des Dollars bewertet.
Bei den COT-Daten bleibt das Bild noch neutral bis leicht konstruktiv. Das Managed Money hält aktuell rund 32.200 Kontrakte long im Euro. Das ist keine extrem starke Positionierung, aber auch kein negatives Signal. Institutionelle Anleger sind also weiterhin leicht auf der Long-Seite, ohne bereits aggressiv überpositioniert zu sein.
Saisonal ist kurzfristig Vorsicht angebracht. Bis Ende Mai spricht das Muster eher für eine schwächere Phase im Euro, bevor anschließend wieder eine bessere saisonale Phase beginnen kann.
Fazit:
EUR/USD bleibt konstruktiv, aber kurzfristig nicht frei von Risiken. Die Wochenperformance von +0,57 %, der Schlusskurs bei 1,17849 und die Stabilisierung seit Jahresbeginn sprechen für eine verbesserte Ausgangslage. Gleichzeitig mahnt die Saisonalität bis Ende Mai zur Geduld. Entscheidend ist: Der Dollar verliert trotz Safe-Haven-Argument an Überzeugungskraft. Genau das hält den Euro-Long-Trade weiter interessant.

Carsten Stork
Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.