
Rohstoffe
Carsten Stork
15. Juni 2026
EUR/USD: Leichte Erholung vor wichtiger Fed-Sitzung
EUR/USD: Leichte Erholung vor wichtiger Fed-Sitzung

Der Euro konnte sich gegenüber dem US-Dollar in der vergangenen Handelswoche leicht verbessern. EUR/USD legte auf Wochensicht um 0,39 % zu und schloss bei 1,15649.
Damit bleibt das Währungspaar weiterhin in einer eher abwartenden Marktphase. Der Euro konnte zwar zulegen, eine wirklich dynamische Aufwärtsbewegung ist daraus aber noch nicht entstanden. Dafür waren die geldpolitischen Impulse in der vergangenen Woche nicht stark genug.
Im Mittelpunkt stand vor allem die EZB-Sitzung. Die Europäische Zentralbank hat die Zinsen erhöht. Dieser Schritt war vom Markt jedoch weitgehend erwartet worden und hatte deshalb keinen größeren Überraschungseffekt mehr. Entsprechend fiel auch die Reaktion im Euro überschaubar aus. Die Zinserhöhung stützt den Euro grundsätzlich, war aber offenbar bereits zu großen Teilen eingepreist.
Interessant bleibt der Blick auf die Positionierung. Das Managed Money hält im Euro weiterhin eine Netto-Long-Position von knapp 14.000 Kontrakten. Das ist keine extrem aggressive Positionierung, zeigt aber, dass institutionelle Marktteilnehmer den Euro noch nicht aufgegeben haben. Gleichzeitig fehlt derzeit auch die starke Überzeugung für eine größere Euro-Rallye.
Entscheidend wird nun die kommende Woche. Am 17. Juni steht die nächste Fed-Sitzung an – und es ist die erste Sitzung unter Kevin Warsh. Der Markt wird sehr genau darauf achten, ob die Fed ihren bisherigen Lockerungsbias zurücknimmt und stärker auf die zuletzt wieder höheren Inflationsrisiken verweist.
Für EUR/USD ist diese Sitzung zentral. Sollte die Fed hawkisher auftreten, könnte der US-Dollar wieder Unterstützung bekommen und den Euro belasten. Bleibt die Fed dagegen vorsichtig und vermeidet klare Signale für weitere Zinserhöhungen, könnte EUR/USD weiter stabil bleiben.
Fazit:
EUR/USD hat die Woche mit einem Plus von 0,39 % bei 1,15649 beendet. Die EZB-Zinserhöhung war weitgehend eingepreist und brachte deshalb keinen starken neuen Impuls. Die Positionierung bleibt leicht eurofreundlich, aber nicht übertrieben. Der nächste große Richtungsimpuls dürfte nun von der Fed-Sitzung am 17. Juni kommen.

Carsten Stork
Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.