EUR/USD: Leichtes Wochenplus trotz schwieriger Makrolage
Rohstoffe
Carsten Stork
01. Juni 2026

EUR/USD: Leichtes Wochenplus trotz schwieriger Makrolage

EUR/USD: Leichtes Wochenplus trotz schwieriger Makrolage


Der EUR/USD konnte die vergangene Woche mit einem Plus von 0,48 % beenden und schloss bei 1,16575. In einem Umfeld aus geopolitischer Unsicherheit, schwankenden Ölpreisen und uneinheitlicher Fed-Kommunikation ist diese Stabilität bemerkenswert. Der Euro konnte sich behaupten, obwohl die globale Risikostimmung weiterhin stark von den Schlagzeilen rund um den möglichen Iran-Deal und die Entwicklung der Energiepreise geprägt bleibt.

Auf der US-Seite hat sich das Bild zuletzt etwas verändert. In der Vorwoche standen noch klar steigende Zinserwartungen im Vordergrund. Inzwischen sorgt der Rückgang beim Ölpreis dafür, dass Teile der Fed wieder vorsichtiger argumentieren. Mehrere Fed-Vertreter sehen kurzfristig keinen unmittelbaren Anpassungsbedarf und betonen, dass die weitere Entwicklung stark davon abhängt, ob der Ölpreisrückgang anhält oder die geopolitische Lage erneut eskaliert.

Für den EUR/USD bedeutet das: Der Dollar verliert kurzfristig etwas Rückenwind, weil der Markt nicht mehr ausschließlich ein Szenario steigender US-Zinsen handelt. Gleichzeitig ist die Euro-Seite ebenfalls nicht frei von Risiken. Die europäischen Inflationsdaten bleiben uneinheitlich, und auch in der Eurozone ist der geldpolitische Ausblick nicht eindeutig. Dennoch konnte der Euro in dieser Gemengelage zulegen.

Die COT-Daten zeigen ein ähnlich vorsichtiges Bild. Das Managed Money ist im EUR/USD nur leicht long positioniert, mit knapp 21.500 Kontrakten. Das ist keine extreme Positionierung und spricht eher für einen Markt, der vorsichtig konstruktiv bleibt, aber noch keine aggressive Euro-Wette eingeht.

Fazit:
Der EUR/USD hat die Woche mit +0,48 % bei 1,16575 solide abgeschlossen. Die Bewegung ist nicht spektakulär, aber in diesem Marktumfeld durchaus stabil. Die COT-Daten zeigen eine leichte Long-Positionierung, aber keine Übertreibung. Solange der Dollar keinen neuen klaren Zinsimpuls erhält, bleibt der EUR/USD konstruktiv zu beobachten.
Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.