Euro unter Druck – Dollar-Rally drückt EUR/USD zurück ans Wochentief
Rohstoffe
Carsten Stork
18. Mai 2026

Euro unter Druck – Dollar-Rally drückt EUR/USD zurück ans Wochentief

Euro unter Druck – Dollar-Rally drückt EUR/USD zurück ans Wochentief


Der Euro gegenüber dem US-Dollar ist in der vergangenen Woche deutlich unter Druck geraten. EUR/USD verlor auf Wochensicht 1,36 % und schloss bei 1,1625. Besonders auffällig war dabei, dass der Euro praktisch am Wochentief aus dem Handel ging. Das zeigt, dass der Verkaufsdruck nicht nur ein kurzer Rücksetzer zur Wochenmitte war, sondern bis zum Wochenschluss angehalten hat.

Der Hauptgrund liegt klar auf der Dollar-Seite. Die deutlich gestiegenen US-Renditen, die neuen Zinserhöhungsfantasien der Fed und die heißeren Inflationsdaten in den USA haben dem Greenback kräftigen Rückenwind gegeben. Gleichzeitig bleibt das Umfeld für den Euro schwierig. Europa ist gegenüber steigenden Energiepreisen und geopolitischen Risiken strukturell anfälliger als die USA. Genau diese relative Schwäche wurde in der vergangenen Woche wieder stärker eingepreist.

Auch auf Jahressicht hat sich das Bild eingetrübt. EUR/USD liegt seit dem 31. Dezember 2025 nun rund 1,0 % im Minus. Das ist kein dramatischer Einbruch, aber es zeigt, dass die vorherige Stärke nicht nachhaltig genug war, um die neue Dollar-Dynamik zu kompensieren.

Die COT-Daten liefern ebenfalls kein wirklich starkes bullisches Signal. Das Managed Money hält zwar weiterhin eine Long-Position von rund 40.200 Kontrakten. Das ist nicht nichts, aber für eine der wichtigsten Währungen der Welt auch kein außergewöhnlich hoher Wert. Von einer klaren spekulativen Überzeugung zugunsten des Euro kann man daher aktuell nicht sprechen.

Fazit:
EUR/USD hat in der vergangenen Woche einen klaren Rückschlag erlitten. Der Wochenverlust von 1,36 %, der Schlusskurs nahe dem Wochentief und die inzwischen negative Jahresperformance zeigen, dass der Euro kurzfristig unter Druck steht. Die COT-Daten bleiben moderat konstruktiv, aber nicht stark genug, um daraus eine klare bullische These abzuleiten. Ich bleibe daher vorsichtig. Solange US-Renditen steigen und der Dollar Rückenwind durch Fed-Zinserhöhungsfantasie erhält, bleibt EUR/USD anfällig.
Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.