Gold-Future folgt der Saisonalität – steigende Renditen belasten Edelmetalle
Rohstoffe
Carsten Stork
18. Mai 2026

Gold-Future folgt der Saisonalität – steigende Renditen belasten Edelmetalle

Gold-Future folgt der Saisonalität – steigende Renditen belasten Edelmetalle


Der Gold-Future an der CME ist in der vergangenen Woche deutlich unter Druck geraten. Auf Wochensicht verlor Gold rund 3,8 % und schloss bei 4.543,60 US-Dollar. Besonders auffällig ist dabei, dass der Future nahezu am Wochentief aus dem Handel ging. Das zeigt, dass der Verkaufsdruck bis zum Wochenschluss anhielt und nicht nur eine kurzfristige Bewegung innerhalb der Woche war.

Der wichtigste Belastungsfaktor sind ganz klar die stark gestiegenen Renditen. Weltweit ziehen die Anleiherenditen an, weil die Märkte wieder höhere Inflationsrisiken und mögliche Zinserhöhungen einpreisen. Für Edelmetalle ist das ein schwieriges Umfeld. Steigende nominale und reale Renditen erhöhen die Opportunitätskosten von Gold, da Gold selbst keine laufenden Erträge abwirft. Gleichzeitig hat der stärkere US-Dollar zusätzlichen Druck erzeugt.

Interessant ist jedoch der Blick auf die COT-Daten. Das Managed Money nutzt die Schwäche bislang nicht zum massiven Abbau, sondern hat die Long-Position weiter ausgebaut. Aktuell halten spekulative Marktteilnehmer mehr als 171.000 Kontrakte long. Das zeigt, dass institutionelle Anleger grundsätzlich weiterhin an der Gold-Story festhalten. Gleichzeitig bedeutet eine so hohe Long-Positionierung aber auch, dass der Markt anfällig bleibt, wenn weitere Gewinnmitnahmen einsetzen.

Saisonal passt die aktuelle Entwicklung sehr gut ins Bild. Wir haben mehrfach darauf hingewiesen, dass Gold in den Sommer hinein häufig schwächer tendiert. Genau diese saisonale Schwäche scheint der Future aktuell sauber nachzuvollziehen. Aus dieser Perspektive ist der Rückgang nicht überraschend, sondern eher eine Bestätigung des saisonalen Musters.

Fazit:
Gold bleibt langfristig ein wichtiger Markt, kurzfristig ist das Bild jedoch angeschlagen. Der Wochenverlust von 3,8 %, der Schluss nahe dem Wochentief, steigende Renditen und ein fester Dollar sprechen für erhöhte Vorsicht. Die COT-Daten bleiben konstruktiv, aber die Saisonalität deutet weiter auf Gegenwind hin.
Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.