Henry Hub bleibt schwach – Saisonalität liefert bisher keinen Rückenwind
Rohstoffe
Carsten Stork
11. Mai 2026

Henry Hub bleibt schwach – Saisonalität liefert bisher keinen Rückenwind

Henry Hub bleibt schwach – Saisonalität liefert bisher keinen Rückenwind


Der Henry Hub Natural Gas Future konnte in der vergangenen Woche nicht überzeugen. Auf Wochenbasis verlor der Future -1,36 % und schloss bei 2,75 US-Dollar.

Damit bleibt der Markt weiterhin schwach, obwohl die saisonale Phase eigentlich deutlich besser aussehen sollte. Normalerweise hätte Henry Hub Natural Gas bis etwa Mitte Juni Rückenwind und sollte in dieser Phase eher ansteigen. Genau diese Bewegung bleibt bislang aber aus.

Das macht das aktuelle Setup schwierig. Einerseits gibt es grundsätzlich Faktoren, die den Markt unterstützen könnten. Die Hurrikan-Saison beginnt am 1. Juni, und damit rückt ein klassischer Risikofaktor für den US-Gasmarkt näher. Störungen bei Produktion, Transport oder LNG-Infrastruktur können in dieser Phase jederzeit stärker in den Fokus rücken. Auch global bleibt der LNG-Markt durch geopolitische Risiken und die Situation im Nahen Osten sensibel.

Andererseits belastet die aktuelle Angebotslage. Die US-Gasspeicher liegen weiter über dem Fünfjahresdurchschnitt, und die LNG-Exportflüsse waren zuletzt wegen saisonaler Wartungsarbeiten rückläufig. Wenn weniger Gas exportiert wird, bleibt mehr Angebot im heimischen Markt und drückt auf die Preise. Genau das erklärt, warum Natural Gas trotz saisonal eigentlich positiver Phase bisher nicht richtig anspringt.

Bei den COT-Daten bleibt das Bild weiterhin extrem. Das Managed Money hält nach wie vor eine große Short-Position von über 166.000 Kontrakten. Das zeigt, dass spekulative Marktteilnehmer den Gasmarkt weiterhin klar negativ sehen. Gleichzeitig entsteht daraus auch ein gewisses Short-Squeeze-Potenzial, falls Wetter, LNG-Nachfrage oder Hurrikanrisiken plötzlich bullishe Impulse liefern.

Fazit:
Henry Hub Natural Gas bleibt kurzfristig enttäuschend. Der Future verliert -1,36 % und verhält sich bislang nicht so, wie es die Saisonalität eigentlich erwarten ließe. Die große Managed-Money-Short-Position zeigt klaren Pessimismus im Markt. Genau deshalb bleibt die Hoffnung auf eine Gegenbewegung beziehungsweise einen Short-Squeeze bestehen. Entscheidend werden jetzt LNG-Flüsse, Speicherentwicklung und der Start der Hurrikan-Saison am 1. Juni.
Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.