
Rohstoffe
Carsten Stork
15. Juni 2026
Henry Hub Erdgas: Schwache Woche trotz Erholung zum Schluss
Henry Hub Erdgas: Schwache Woche trotz Erholung zum Schluss

Der Henry-Hub-Erdgas-Future beendete die vergangene Handelswoche erneut im Minus. Auf Wochensicht verlor der Future 2,45 % und schloss bei 3,141 US-Dollar je MMBtu.
Damit bleibt Erdgas kurzfristig schwierig. Zwar konnte der Markt zum Wochenschluss noch einmal zulegen, die Wochenbilanz blieb jedoch negativ. Belastend wirkten vor allem die weiterhin hohen Lagerbestände und die zwischenzeitlich schwächeren Wetterprognosen. Wenn für die kommenden Wochen weniger Hitze erwartet wird, reduziert das die Nachfrage aus dem Stromsektor und nimmt dem Markt kurzfristig Unterstützung.
Gleichzeitig bleibt die fundamentale Lage nicht einseitig negativ. Die LNG-Exporte aus den USA haben sich zuletzt wieder deutlich verbessert. Höhere Gasflüsse zu den Exportterminals sprechen für robuste Nachfrage nach US-Erdgas. Hinzu kommt, dass die europäische Speichersituation weiterhin deutlich unter dem saisonalen Durchschnitt liegt. Auch die Schäden an der LNG-Infrastruktur in Katar bleiben ein mittelfristig unterstützender Faktor für US-Exporte.
Problematisch bleibt allerdings die Positionierung. Das Managed Money hält weiterhin eine sehr große Netto-Short-Position von rund 194.000 Kontrakten. Das ist zunächst kein gutes Zeichen, weil professionelle Marktteilnehmer den Markt weiterhin klar skeptisch sehen. Gleichzeitig kann eine derart hohe Short-Position bei positiven Nachrichten auch zu kräftigen Gegenbewegungen führen, wenn Short-Positionen eingedeckt werden müssen.
Ein wichtiger Faktor ist nun die begonnene Hurrikan-Saison. Diese läuft offiziell vom 1. Juni bis zum 30. November. Statistisch hat Erdgas in den vergangenen drei Jahren in dieser Phase jeweils deutlich zugelegt, teilweise um mehr als 30 %. Das garantiert natürlich keine Wiederholung, macht die aktuelle Phase aber besonders interessant.
Fazit:
Henry Hub Erdgas bleibt kurzfristig unter Druck und verlor in der vergangenen Woche 2,45 % auf 3,141 US-Dollar. Die hohe Managed-Money-Short-Position bleibt ein Belastungsfaktor, gleichzeitig sorgen LNG-Nachfrage, globale Versorgungsrisiken und die beginnende Hurrikan-Saison für mögliche Unterstützung. Ich beobachte die Position weiter engmaschig. Gerade bei Erdgas kann sich das Bild sehr schnell drehen.

Carsten Stork
Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.