
Infineon Chartcheck: Morgan Stanley wird vorsichtiger!
Morgan Stanley wird bei Infineon vorsichtiger und senkt das Kursziel deutlich. Die langfristigen Perspektiven bleiben zwar intakt, kurzfristig könnten die Erwartungen an das KI-Geschäft jedoch zu hoch sein.
Nach der kräftigen Erholung vom Vortag gerät die Infineon-Aktie wieder unter Druck. Auslöser ist eine Abstufung durch Morgan Stanley. Die US-Investmentbank hat ihre Einschätzung von „Overweight“ auf „Equal-weight“ gesenkt und das Kursziel von 81 auf 65 Euro reduziert.
Die Analysten bleiben für den Halbleitersektor grundsätzlich positiv und verweisen auf die starke Nachfrage durch Künstliche Intelligenz sowie eine breiter werdende konjunkturelle Erholung. Bei Infineon sehen sie kurzfristig jedoch kaum noch Spielraum für weiter steigende Markterwartungen.
Ein wichtiger Punkt ist dabei das Geschäft mit Chips für KI-Rechenzentren. Morgan Stanley rechnet zwar weiterhin mit wachsenden Umsätzen, erwartet jedoch offenbar keine Anhebung der bisherigen Prognosen in dem Umfang, auf den Teile des Marktes gehofft hatten. Trotzdem liegt das neue Kursziel mit 65 Euro weiterhin über dem aktuellen Kursniveau.
Die Aktie gab nach der Abstufung im frühen Handel zeitweise rund 2,5 Prozent nach. Damit zeigt sich erneut, wie hoch die Erwartungen an Infineon inzwischen geworden sind: Die langfristigen Chancen bleiben aus Sicht der Analysten bestehen, kurzfristig könnte die Luft nach der starken Kursentwicklung jedoch dünner werden.
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Der Chart
Infineon hat nach einem 150-prozentigen Run im Chart bis in den Bereich von knapp über 90 Euro durchgezogen. Inzwischen kühlt die Aktie ab und konsolidiert den zuvor steilen Anstieg.

Aktuell testete die Aktie bereits zum dritten Mal die gleitende EMA-200-Tage-Linie. Dieser Test verlief bislang erfolgreich. In den nächsten Tagen muss man allerdings darauf achten, dass die 200-Tage-Linie nicht nachhaltig unterschritten wird. Dann könnte ein weiterer Rückgang in den Bereich von 47 beziehungsweise 46 Euro auf der Tagesordnung stehen. Dort verläuft der seit April gültige Aufwärtstrend.
Kann die Aktie im Gegenzug wieder mehr Abstand zur EMA 200 gewinnen und gleichzeitig die 50-Tage-Linie zurückerobern, wäre ein erneuter Anlauf in Richtung Unterkante des Topps bei rund 74,5€ Euro möglich.

AWSX
Chefredakteur Telegram-Trader Der überzeugte Charttechniker beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit den Finanzmärkten. Sein Motto: “Der Chart lügt dich nicht an”. Er konzentriert sich auf kurstechnische Gegebenheiten statt Mainstream-Meinungen. Mit dem Telegram-Trader versorgt er Anleger direkt über seinen Kanal mit Trades, Analysen und Markt-Updates, immer mit dem Anspruch, Chancen zu ergreifen, bevor die News die Runde machen.