
Der Kakao-Future an der ICE hat in der vergangenen Woche nach dem starken Anstieg der Vorwoche wieder nachgegeben. Nachdem Kakao zuvor rund 18 % zulegen konnte, fiel der Future nun um 4,95 % und schloss bei 4.030 US-Dollar. Wichtig ist dabei: Trotz des Rücksetzers konnte sich der Markt noch über der Marke von 4.000 US-Dollar halten. Das ist kurzfristig zumindest ein stabilisierendes Signal.
Die Volatilität bleibt allerdings hoch. Zu Wochenbeginn konnte Kakao noch bis auf 4.777 US-Dollar ansteigen, bevor die Bewegung wieder abverkauft wurde. Der Rückgang wurde vor allem durch die Aussicht auf höhere Lieferungen aus der Elfenbeinküste belastet. Der wichtigste Produzent erwartet für die Saison 2025/26 inzwischen Lieferungen von 2,2 Millionen Tonnen, nachdem zuvor nur 1,8 bis 1,9 Millionen Tonnen im Raum standen. Das spricht kurzfristig für eine bessere Angebotslage.
Gleichzeitig bleibt die fundamentale Lage nicht eindeutig bearish. Düngemittelknappheit, höhere Transportkosten, gestörte Lieferketten und mögliche El-Niño-Effekte können die Ernte in Westafrika weiter belasten. Zudem zeigen erste Untersuchungen für die kommende Hauptsaison unterdurchschnittliche Fruchtansätze an den Kakaobäumen. Das hält das Risiko erneuter Angebotsprobleme im Markt.
Die COT-Daten haben sich leicht verbessert. Das Managed Money hat seine Short-Position etwas reduziert und hält nun noch 12.981 Kontrakte short. Das ist weiterhin eine Netto-Short-Position, aber der leichte Abbau zeigt, dass der Verkaufsdruck institutioneller Marktteilnehmer nicht mehr zunimmt.
Saisonal sieht das Bild kurzfristig nicht schlecht aus. Bis Ende Mai ist eher eine Seitwärtsbewegung mit Aufwärtspotenzial möglich. Die größere saisonale Aufwärtsphase beginnt jedoch typischerweise erst später im Sommer.
Fazit:
Kakao bleibt ein hochvolatiler Markt. Der Rücksetzer von 4,95 % ist nach dem starken Vorwochenplus nicht überraschend. Entscheidend ist, dass die Marke von 4.000 US-Dollar gehalten wurde. Angebotssorgen haben kurzfristig nachgelassen, aber Wetter-, Düngemittel- und Ernteprobleme bleiben relevante Risiken.