Kakao bleibt volatil – schwache Woche trotz Erholung zum Schluss
Rohstoffe
Carsten Stork
24. Mai 2026

Kakao bleibt volatil – schwache Woche trotz Erholung zum Schluss

Kakao bleibt volatil – schwache Woche trotz Erholung zum Schluss


Der Kakao-Future an der ICE US musste in der vergangenen Woche erneut deutlich nachgeben. Auf Wochensicht verlor der Kontrakt 5,24 % und schloss bei 3.818 US-Dollar. Damit blieb Kakao trotz einer spürbaren Erholung am Freitagabend klar im Minus. Die Gegenbewegung zum Wochenschluss war zwar konstruktiv, konnte den schwachen Wochenverlauf aber nicht mehr ausgleichen. Kurzfristig bleibt der Markt damit volatil und technisch noch nicht vollständig stabilisiert.

Belastend wirkte vor allem die Diskussion über eine bessere Angebotslage. Die Elfenbeinküste hat ihre Schätzung für die Kakaoanlieferungen der Saison 2025/26 deutlich angehoben. Gleichzeitig liegen die kumulierten Lieferungen an die Häfen leicht über dem Vorjahresniveau. Auch die ICE-Lagerbestände sind auf den höchsten Stand seit rund 1,75 Jahren gestiegen. Diese Faktoren haben den Markt nach dem vorherigen Anstieg wieder unter Druck gesetzt.

Gleichzeitig bleibt das Bild nicht eindeutig bearish. Die Erholung am Freitag zeigt, dass auf tieferen Niveaus wieder Short-Covering einsetzt. Zudem bleibt das Wetterthema zentral. Die Wahrscheinlichkeit eines El-Niño-Ereignisses zwischen Mai und Juli wird weiterhin hoch eingeschätzt, und ein stärkerer El Niño könnte in Westafrika trockenere und wärmere Bedingungen bringen. Für Kakao wäre das ein relevanter Risikofaktor, weil die Hauptanbaugebiete in der Elfenbeinküste und Ghana besonders wetteranfällig bleiben.

Auch die COT-Daten sind interessant. Das Managed Money hat seine Short-Positionen zuletzt reduziert und hält aktuell noch knapp 15.500 Kontrakte short. Damit ist die spekulative Seite weiterhin negativ positioniert, aber weniger aggressiv als zuvor. Sollte der Markt stabilisieren, könnte weiterer Short-Abbau unterstützend wirken.

Saisonal bleibt Kakao ebenfalls spannend. Kurzfristig ist eine seitwärts gerichtete Phase bis Anfang Sommer möglich. Danach beginnt historisch eine deutlich stärkere saisonale Phase.

Fazit:
Kakao hatte mit minus 5,24 % eine schwache Woche, der Schlusskurs bei 3.818 US-Dollar zeigt aber auch keine Kapitulation. Angebotsdaten und Lagerbestände belasten kurzfristig, während El-Niño-Risiken, reduzierte Managed-Money-Shorts und die bessere Saisonalität ab Sommer das Setup weiter interessant halten.
Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.