Leichter Wochenverlust trotz weiterhin starker Long-Positionierung
Rohstoffe
Carsten Stork
01. Juni 2026

Leichter Wochenverlust trotz weiterhin starker Long-Positionierung

Leichter Wochenverlust trotz weiterhin starker Long-Positionierung


Der Sojabohnen-Future an der CBOT hat die vergangene Woche mit einem Minus von 0,88 % beendet und bei 1.682,50 US-Cent geschlossen. Damit entwickelte sich der Markt schwächer, konnte sich aber im Vergleich zu Weizen und Mais noch relativ stabil halten. Unterstützend wirkte vor allem die weiterhin robuste Nachfragekomponente, während schwächere Energiepreise und Gewinnmitnahmen zum Monatsende belasteten.

Der Markt stand am Freitag gemeinsam mit den übrigen Chicago-Grains unter Druck. Händler reduzierten Risiko, nachdem fallende Rohölpreise den gesamten Agrarkomplex belasteten. Für Sojabohnen ist dieser Zusammenhang besonders wichtig, da Sojaöl eng mit dem Biokraftstoffmarkt verbunden ist. Schwächere Energiepreise können deshalb kurzfristig Druck erzeugen, auch wenn die strukturelle Nachfrage nach Sojaöl durch erneuerbare Kraftstoffvorgaben weiterhin ein unterstützender Faktor bleibt.

Positiv war zudem die Meldung über neue US-Sojabohnenverkäufe an unbekannte Destinationen. Auch die wöchentlichen Exportdaten lagen leicht über den Erwartungen. Das half, die Verluste im Vergleich zu den anderen Getreidemärkten zu begrenzen. Gleichzeitig bleibt das Wetter im US-Mittleren Westen freundlich, was die Ertragserwartungen stützt und den Preisdruck erhöht.
Die COT-Daten bleiben auffällig konstruktiv. Das Managed Money hält weiterhin eine sehr große Long-Position von deutlich über 200.000 Kontrakten. Damit ist der Markt klar auf steigende Preise positioniert, was grundsätzlich unterstützend ist, aber bei schwachen Tagen auch anfällig für Long-Liquidation macht.

Fazit:
Sojabohnen haben die Woche mit -0,88 % bei 1.682,50 US-Cent beendet. Der Markt bleibt trotz Rücksetzer relativ stabil. Exportnachfrage und starke Managed-Money-Longs unterstützen, während schwächeres Rohöl und günstiges Wetter belasten. Entscheidend bleibt, ob die Long-Positionierung weiter hält oder kurzfristig zusätzlicher Abbau entsteht.
Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.