
Der Mais-Future hat in der vergangenen Woche erneut deutlich nachgegeben. Auf Wochensicht verlor Mais 3,34 % und schloss bei 455,25 US-Cent pro Bushel. Das ist enttäuschend, vor allem weil der Markt zuvor eigentlich ein konstruktives Setup gezeigt hatte. Nach der zwischenzeitlichen Stärke und den Erwartungen rund um mögliche chinesische Agrarkäufe konnte Mais die Dynamik nicht halten.
Belastet wurde der Markt vor allem durch die Enttäuschung nach dem Treffen zwischen Donald Trump und Xi Jinping. Zwar wurde erneut von umfangreichen chinesischen Käufen amerikanischer Agrarprodukte gesprochen, konkrete Details zu Volumen, Zeitplan oder Produktgruppen blieben jedoch aus. Genau diese fehlende Klarheit hat der Markt negativ aufgenommen. Viele Händler hatten im Vorfeld zumindest auf neue belastbare Signale für Mais, Sojabohnen oder Weizen gehofft.
Auch die Exportdaten lieferten kein starkes neues Kaufsignal. Die US-Exportverpflichtungen liegen zwar weiterhin deutlich über dem Vorjahr, bleiben aber leicht hinter dem durchschnittlichen Verkaufstempo zurück. Zusätzlich wirkt eine größere argentinische Ernte als Konkurrenzfaktor auf dem Weltmarkt.
Die COT-Daten bleiben dennoch grundsätzlich konstruktiv. Das Managed Money hat seine Long-Position zwar reduziert, hält aber weiterhin mehr als 383.000 Kontrakte long. Das ist eine sehr hohe spekulative Positionierung und zeigt, dass institutionelle Marktteilnehmer die übergeordnete Mais-Story weiterhin unterstützen. Gleichzeitig macht diese hohe Long-Position den Markt anfällig, wenn Erwartungen enttäuscht werden und kurzfristige Gewinnmitnahmen einsetzen.
Saisonal bleibt das Bild weiterhin positiv. Der Mais-Future hat aus saisonaler Sicht grundsätzlich die Chance, bis Mitte oder Ende Juni weiter anzusteigen. Genau deshalb würde ich den Rücksetzer noch nicht als Bruch der übergeordneten Struktur werten.
Fazit:
Mais hat mit –3,34 % eine enttäuschende Woche gezeigt. Die fehlenden Details nach dem Trump-Xi-Treffen haben belastet, und kurzfristig fehlt dem Markt neuer Schwung. Die hohe Managed-Money-Long-Position und die weiterhin positive Saisonalität sprechen jedoch dafür, dass die übergeordnete Struktur noch intakt ist.