Mais: Managed Money zieht sich deutlich zurück
Rohstoffe
Carsten Stork
15. Juni 2026

Mais: Managed Money zieht sich deutlich zurück

Mais: Managed Money zieht sich deutlich zurück


Der Mais-Future, gehandelt an der CBOT, beendete die vergangene Handelswoche erneut im Minus. Auf Wochensicht verlor der Future 1,14 % und schloss bei 413,25 US-Cents.

Nach dem starken Rückgang in der Vorwoche ist das zwar keine dramatische weitere Abwärtsbewegung, aber der Markt bleibt kurzfristig angeschlagen. Mais konnte sich zum Wochenschluss zwar etwas stabilisieren, eine überzeugende Gegenbewegung ist daraus bisher jedoch nicht entstanden.

Belastend wirkten weiterhin die günstigen Wetterbedingungen in den USA. Kühlere und feuchtere Prognosen sind für Mais und Sojabohnen grundsätzlich positiv, weil sie die Erntebedingungen verbessern können. Das nimmt dem Markt kurzfristig einen Teil der Risikoprämie. Zusätzlich sorgten fallende Ölpreise für Gegenwind, da Mais über den Ethanolmarkt auch eine Verbindung zum Energiekomplex hat.

Besonders auffällig ist der Blick auf die COT-Daten. Das Managed Money hat seine Long-Positionen in den vergangenen Wochen massiv reduziert. Im Mai lag die Netto-Long-Position noch bei weit über 400.000 Kontrakten. Inzwischen hält Managed Money nur noch knapp über 100.000 Kontrakte long. Damit wurden innerhalb weniger Wochen rund drei Viertel der Positionierung abgebaut.

Das ist ein klares Ausrufezeichen. Der Markt hat nicht nur technisch an Schwung verloren, sondern auch institutionelle Anleger haben ihre bullische Positionierung deutlich zurückgefahren. Das spricht kurzfristig gegen eine schnelle, dynamische Erholung.

Saisonal bleibt das Bild noch nicht komplett negativ. Bis Ende Juni hat Mais häufig noch Unterstützung, bevor anschließend eine schwächere saisonale Phase einsetzen kann. Genau deshalb ist die aktuelle Lage entscheidend: Wenn Mais in den kommenden Tagen nicht wieder stärker wird, könnte der saisonale Rückenwind bald auslaufen.

Fazit:

Mais verlor in der vergangenen Woche 1,14 % und schloss bei 413,25 US-Cents. Der starke Abbau der Managed-Money-Long-Positionen ist das wichtigste Warnsignal. Zwar bleibt die Saisonalität bis Ende Juni noch leicht unterstützend, aber der Markt muss jetzt zeitnah Stärke zeigen. Ansonsten könnte aus der laufenden Korrektur eine längere Schwächephase werden.
Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.