
Rohstoffe
Carsten Stork
08. Juni 2026
Orangensaft bleibt richtungslos: Dreiecksbildung deutet auf baldigen Ausbruch hin
Orangensaft bleibt richtungslos: Dreiecksbildung deutet auf baldigen Ausbruch hin

Der an der ICE US gehandelte Orangensaft-Future hat die vergangene Woche nahezu unverändert beendet. Auf Wochenbasis stand ein kleines Plus von 0,28 % zu Buche, der Schlusskurs lag bei 159,20 US-Cents. Damit konnte sich der Markt zwar stabilisieren, ein echter Befreiungsschlag gelang jedoch erneut nicht. Zwischenzeitlich stieg der Future im Wochenverlauf auf über 170 US-Cents, konnte diese Gewinne aber wieder einmal nicht halten.
Genau dieses Muster kennen wir inzwischen gut. Orangensaft zeigt immer wieder kurzfristige Erholungsansätze, schafft es aber bislang nicht, daraus eine nachhaltige Aufwärtsbewegung zu entwickeln. Jeder Versuch, deutlich nach oben auszubrechen, wird relativ schnell wieder abverkauft. Das ist frustrierend, aber gleichzeitig zeigt der Markt zumindest, dass auf der Unterseite nicht mehr derselbe dynamische Verkaufsdruck wie zuvor vorhanden ist.
Technisch wird die Situation nun interessanter. Auf Tagesbasis läuft der Future zunehmend in eine Dreiecksformation hinein. Solche Formationen stehen häufig für eine Phase abnehmender Schwankungsbreite, bevor es anschließend zu einem stärkeren Ausbruch kommt. Entscheidend wird nun sein, ob dieser Ausbruch nach oben gelingt oder ob der Markt erneut nach unten aus der Formation herausfällt. Der aktuelle Kursbereich ist deshalb besonders wichtig.
Bei den COT-Daten bleibt das Bild verhalten konstruktiv. Das Managed Money hält knapp über 1.400 Kontrakte netto long. Das ist keine große Position, aber immerhin ein leicht positiver Hinweis. Eine klare institutionelle Überzeugung ist daraus noch nicht abzuleiten, aber der Markt ist zumindest nicht stark spekulativ gegen Orangensaft positioniert.
Saisonal verbessert sich das Bild nun langsam. Ab Mitte bis Ende Juni hat der Orangensaft-Future historisch eine bessere Chance, wieder nach oben zu laufen. Genau dieses Zeitfenster rückt jetzt näher.
Fazit:
Orangensaft bleibt schwierig, aber die Lage spitzt sich zu. Das Wochenplus von 0,28 % und der Schlusskurs bei 159,20 US-Cents zeigen Stabilisierung, aber noch keine Trendwende. Entscheidend ist nun die Dreiecksformation auf Tagesbasis. Ein Ausbruch nach oben könnte das Bild deutlich verbessern. Bis dahin bleibt die Position engmaschig zu beobachten.

Carsten Stork
Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.