Palladium bleibt unter Druck – COT und Saisonalität sprechen noch gegen eine Trendwende
Rohstoffe
Carsten Stork
11. Mai 2026

Palladium bleibt unter Druck – COT und Saisonalität sprechen noch gegen eine Trendwende

Palladium bleibt unter Druck – COT und Saisonalität sprechen noch gegen eine Trendwende


Der Palladium-Future zeigte in der vergangenen Woche erneut ein schwaches Bild. Zwar konnte der Future im Wochenverlauf zeitweise über 1.560 US-Dollar je Unze ansteigen, am Ende blieb davon jedoch wenig übrig. Der Schlusskurs lag bei 1.503,50 US-Dollar je Unze, was auf Wochenbasis einem Minus von -2,27 % entspricht. Die Bewegung war damit nicht spektakulär, bestätigt aber, dass Palladium aktuell weiterhin keine klare Stärke aufbauen kann.

Belastend wirken vor allem die COT-Daten. Das Managed Money hat die Short-Position wieder ausgebaut und hält aktuell 1.476 Kontrakte short. Das ist kein extrem großes Niveau, aber es zeigt, dass spekulative Marktteilnehmer Palladium derzeit nicht aggressiv auf der Long-Seite spielen. Im Gegensatz zu anderen Metallen fehlt damit kurzfristig die klare Unterstützung durch institutionelle Positionierung.

Auch die Saisonalität spricht aktuell noch nicht für Palladium. Bis Ende Juni bleibt das saisonale Muster eher schwach. Erst danach kann sich wieder eine bessere Phase entwickeln, die man dann gezielter nutzen könnte. Kurzfristig bleibt deshalb Geduld gefragt.

Das Umfeld ist für Metalle insgesamt komplex. Edelmetalle leiden darunter, dass die Fed die Zinsen vorerst nicht senken dürfte und sogar wieder Zinserhöhungsfantasien diskutiert werden. Gleichzeitig belastet die Industriemetallseite die Sorge, dass ein länger anhaltender Nahost-Konflikt die Weltwirtschaft schwächt. Das trifft Palladium besonders, weil der Future sowohl Edelmetall- als auch Industriecharakter hat.

Silber und Platin zeigen sich zuletzt robuster, weil sie stärker von der Edelmetallnachfrage und teilweise auch von strukturellen Industriethemen profitieren. Palladium bleibt dagegen das schwächere Glied innerhalb dieses Metallkomplexes.

Fazit:
Palladium bleibt kurzfristig angeschlagen. Der Wochenverlust von -2,27 %, die erneute Managed-Money-Short-Position und die schwache Saisonalität bis Ende Juni sprechen noch gegen eine nachhaltige Trendwende. Erst wenn sich Positionierung und saisonales Fenster verbessern, wird Palladium wieder interessanter.
Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.