Rückschlag unter 14 Cent, aber erste Stabilisierung zum Wochenschluss
Rohstoffe
Carsten Stork
01. Juni 2026

Rückschlag unter 14 Cent, aber erste Stabilisierung zum Wochenschluss

Rückschlag unter 14 Cent, aber erste Stabilisierung zum Wochenschluss


Der US-Zucker-Future stand in der vergangenen Woche deutlich unter Druck und verlor 4,35 %. Der Schlusskurs lag bei 14,06 US-Cent. Zwischenzeitlich fiel der Markt sogar unter die wichtige Marke von 14 US-Cent, konnte sich am Freitag jedoch wieder erholen und einen Teil der Wochenverluste aufholen. Damit bleibt das kurzfristige Bild angeschlagen, aber der Freitag hat zumindest gezeigt, dass auf diesem Niveau wieder Kaufinteresse in den Markt kommt.

Belastet wurde Zucker zuletzt vor allem durch die kurzfristig komfortable Angebotslage. In Brasilien ist die neue Ernte stark angelaufen, und die Produktion in der Center-South-Region lag im April deutlich über dem Vorjahr. Auch höhere Exporte aus Thailand und die Erwartung eines globalen Überschusses für 2025/26 haben den Markt zuletzt belastet. Diese Faktoren erklären den kräftigen Rückgang der vergangenen Tage.
Gleichzeitig beginnt sich die Marktstruktur aber wieder zu verändern. Die Sorgen um einen schwächeren Monsun in Indien nehmen zu. Das indische Wetteramt hat die erwarteten Niederschläge für die Monsunzeit reduziert. In Verbindung mit der hohen Wahrscheinlichkeit eines El-Niño-Ereignisses bleibt das Risiko bestehen, dass die Produktion in wichtigen Anbauregionen wie Indien, Thailand und Brasilien in den kommenden Monaten unter Druck geraten kann.

Auch die Positionierung bleibt interessant. Das Managed Money hat seine Short-Position weiter abgebaut und liegt nur noch bei knapp 80.000 Kontrakten netto short. Das ist weiterhin eine deutliche Short-Position, aber der Abbau zeigt, dass der Markt auf der Unterseite nicht mehr völlig einseitig agiert. Saisonale Unterstützung könnte ab Mitte Juni zusätzlich an Bedeutung gewinnen. Bis dahin bleibt der Markt allerdings anfällig.

Fazit:
Zucker hat eine schwache Woche hinter sich, konnte sich am Freitag aber von den Tiefs lösen. Die Marke um 14 US-Cent bleibt kurzfristig entscheidend. Angebotsdruck aus Brasilien und Thailand belastet weiter, während El Niño, Indien und die Saisonalität ab Mitte Juni ein konstruktiveres Bild ermöglichen. Die Position bleibt anspruchsvoll, aber das Chance-Risiko-Verhältnis verbessert sich auf dem aktuellen Niveau wieder
Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.