Schwächer trotz Fed-Unsicherheit – Positionierung bleibt ohne klare Überzeugung
Rohstoffe
Carsten Stork
01. Juni 2026

Schwächer trotz Fed-Unsicherheit – Positionierung bleibt ohne klare Überzeugung

Schwächer trotz Fed-Unsicherheit – Positionierung bleibt ohne klare Überzeugung


Der US-Dollarindex hat die vergangene Woche leicht schwächer beendet und rund 0,35 % verloren. Damit konnte der Dollar von der weiterhin hohen geldpolitischen Unsicherheit nur begrenzt profitieren. Auffällig ist vor allem, dass die jüngste Fed-Kommunikation kein klares Signal in eine Richtung liefert. Nach der hawkischen Neubewertung der Vorwochen hat der Rückgang der Ölpreise die Diskussion innerhalb der Fed wieder geöffnet.

Der mögliche Iran-Deal und der deutliche Rückgang bei WTI in Richtung 87 USD haben die Inflationssorgen kurzfristig etwas gedämpft. Mehrere Fed-Vertreter betonten zuletzt, dass die Geldpolitik aktuell gut positioniert sei und kurzfristig kein unmittelbarer Handlungsdruck bestehe. Gleichzeitig bleibt die Lage alles andere als eindeutig. Sollte der Ölpreisrückgang anhalten, könnte der disinflationäre Impuls den Druck auf die Fed reduzieren. Sollte die geopolitische Lage jedoch erneut eskalieren, wären höhere Energiepreise und damit auch neue Inflationsrisiken schnell wieder auf der Agenda.

Auch die COT-Daten zeigen beim Dollarindex derzeit kein klares Bild. Das Managed Money ist mit rund 850 Kontrakten nur minimal long positioniert. Im Vergleich zu früheren Positionierungsniveaus ist das praktisch keine echte Überzeugung. Der Markt glaubt damit weder an eine starke Dollar-Rally noch an einen klaren Dollar-Abverkauf.
Für den Dollar bleibt die Ausgangslage daher widersprüchlich. Höhere US-Zinserwartungen und ein robuster Arbeitsmarkt könnten grundsätzlich unterstützen. Gleichzeitig nimmt ein fallender Ölpreis den unmittelbaren Inflationsdruck heraus und reduziert damit den Druck auf die Fed, kurzfristig restriktiver zu werden.

Fazit:
Der Dollarindex bleibt richtungslos. Die Wochenperformance von -0,35 % zeigt, dass der Markt trotz Fed-Unsicherheit keine klare Dollar-Stärke handelt. Die COT-Positionierung mit nur rund 850 Long-Kontrakten unterstreicht diese fehlende Überzeugung. Entscheidend werden nun die kommenden US-Arbeitsmarktdaten und die weitere Entwicklung beim Ölpreis.
Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.