Silber bricht ein: Blow-off-Gewinne vollständig ausgelöscht
Rohstoffe
Carsten Stork
08. Juni 2026

Silber bricht ein: Blow-off-Gewinne vollständig ausgelöscht

Silber bricht ein: Blow-off-Gewinne vollständig ausgelöscht


Der Silber-Future hat eine extrem schwache Handelswoche hinter sich. Auf Wochenbasis verlor der Kontrakt 10,00 % und schloss bei 67,995 US-Dollar je Unze. Der große Abverkauf kam am Freitag nach Veröffentlichung der starken US-Arbeitsmarktdaten, allerdings stand Silber bereits zuvor deutlich unter Druck. Schon am Mittwoch und Donnerstag zeigte der Markt Schwäche, sodass der Freitag den bestehenden Verkaufsdruck nur noch einmal massiv beschleunigte.

Damit ist Silber nun unter die wichtige Marke von 70 US-Dollar gefallen. Das ist technisch ein klares Warnsignal. Besonders schwer wiegt der Vergleich mit dem Hoch vom 29. Januar. Damals erreichte Silber im Zuge des Blow-off-Tops ein deutlich höheres Niveau. Seit diesem Hoch beträgt der Rückgang inzwischen 44,17 %. Auch auf Jahresbasis ist der Future nun wieder im Minus und liegt rund 4 % unter dem Jahresanfangsniveau. Die gesamte starke Bewegung des Jahres 2026 wurde damit durch die jüngste Korrektur wieder ausgelöscht.

Der zentrale Belastungsfaktor bleibt die Zinsseite. Die starken US-Arbeitsmarktdaten bestätigen das hawkische Zinsbild in den USA. Der Markt rechnet nicht mehr mit Zinssenkungen, sondern zunehmend mit der Möglichkeit weiterer Zinserhöhungen. Für Edelmetalle ist das kurzfristig schwierig, weil steigende Renditen und ein festerer US-Dollar die Opportunitätskosten erhöhen. Silber wurde zusätzlich vom allgemeinen Liquiditätsdruck in Rohstoffen und Risikoanlagen erfasst.

Strukturell bleibt ein Punkt jedoch wichtig: Das Managed Money hält weiterhin fast 24.000 Kontrakte netto long. Trotz des starken Preisverfalls wurde die Long-Position also nicht vollständig aufgegeben. Das ist grundsätzlich ein konstruktives Signal, auch wenn es kurzfristig keine Stabilisierung garantiert.

Saisonal bleibt Silber bis Mitte oder Ende Juni anfällig. In dieser Phase müssen wir uns auf weitere Tiefs einstellen, bevor anschließend wieder ein besseres saisonales Zeitfenster für eine stärkere Aufwärtsbewegung entstehen könnte.

Fazit:
Silber hatte mit einem Wochenminus von 10,00 % und einem Schlusskurs bei 67,995 US-Dollar eine sehr schwache Woche. Der Rückgang von 44,17 % seit dem Blow-off-Top und das Minus auf Jahressicht zeigen, wie stark der Markt korrigiert hat. Kurzfristig bleibt das Bild angeschlagen, und weitere Tiefs sind möglich. Gleichzeitig bleiben die COT-Daten mit fast 24.000 Managed-Money-Long-Kontrakten konstruktiv. Entscheidend wird nun, ob sich Mitte bis Ende Juni saisonal eine tragfähige Stabilisierung ausbildet.
Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.