Silber verliert weiter an Momentum – Rückfall nach Januar-Hoch bleibt belastend
Rohstoffe
Carsten Stork
24. Mai 2026

Silber verliert weiter an Momentum – Rückfall nach Januar-Hoch bleibt belastend

Silber verliert weiter an Momentum – Rückfall nach Januar-Hoch bleibt belastend


Der Silber-Future konnte sich in der vergangenen Woche nicht nachhaltig stabilisieren. Auf Wochensicht verlor der Kontrakt 0,43 % und schloss bei 75,915 US-Dollar je Unze. Der Rückgang war zwar moderat, trotzdem bleibt das technische Bild angeschlagen. Noch in der Vorwoche wurde Silber zeitweise oberhalb von 80 US-Dollar gehandelt. Diese Gewinne konnten jedoch nicht verteidigt werden. Damit bleibt der Markt weiterhin unter Druck.

Besonders auffällig ist die größere Bewegung seit dem Hoch Ende Januar 2026. Seit diesem Top hat der Silber-Future inzwischen knapp 37 % verloren. Das ist eine deutliche Korrektur und zeigt, dass der Markt weit von seiner früheren Dynamik entfernt ist. Silber wirkt derzeit nicht wie ein starker Momentum-Trade, sondern eher wie ein Markt, der versucht, nach einer kräftigen Abwärtsbewegung eine neue Basis zu finden.

Belastend bleibt vor allem das makroökonomische Umfeld. Steigende Ölpreise halten die Inflationssorgen hoch und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed länger restriktiv bleibt oder sogar wieder über Zinserhöhungen sprechen muss. Für Edelmetalle ist das kurzfristig schwierig, weil höhere Realzinsen und ein stabiler US-Dollar auf die Preise drücken. Silber leidet zusätzlich unter seiner industriellen Komponente, wenn Märkte stärker über Konjunkturrisiken und höhere Finanzierungskosten diskutieren.

Die COT-Daten zeigen allerdings noch keine Kapitulation. Das Managed Money ist weiterhin mit knapp 24.700 Kontrakten Long positioniert. Damit halten spekulative Marktteilnehmer Silber weiterhin die Stange. Gleichzeitig ist genau diese Positionierung ein Risiko, falls der Markt weiter fällt und Long-Positionen reduziert werden müssen.

Saisonal sieht das Bild kurzfristig ebenfalls nicht ideal aus. Bis Ende Juni weist Silber historisch eher eine schwächere Tendenz auf.

Fazit:
Silber bleibt kurzfristig angeschlagen. Der Wochenverlust von 0,43 % wirkt klein, aber der Schlusskurs bei 75,915 US-Dollar und der deutliche Rückgang seit dem Januar-Hoch zeigen ein belastetes Gesamtbild. Solange Saisonalität, Fed-Erwartungen und Dollar nicht drehen, bleibt Vorsicht angebracht.
Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.