Sojabohnen: Unspektakuläre Woche, aber Saisonalität rückt näher
Rohstoffe
Carsten Stork
15. Juni 2026

Sojabohnen: Unspektakuläre Woche, aber Saisonalität rückt näher

Sojabohnen: Unspektakuläre Woche, aber Saisonalität rückt näher


Der Sojabohnen-Future, gehandelt an der CBOT in den USA, beendete die vergangene Handelswoche leicht im Minus. Auf Wochensicht verlor Soja 0,80 % und schloss bei 1.113,25 US-Cents.

Damit war es insgesamt eine relativ unspektakuläre Handelswoche. Der Markt blieb unter Druck, ohne dass es zu einer dramatischen Bewegung kam. Belastend wirkten weiterhin günstige Wetterbedingungen in den USA sowie hohe globale Angebotsprognosen. Zusätzlich belasteten fallende Ölpreise, da Sojabohnen über Sojaöl und Biodiesel auch eine Verbindung zum Energiekomplex haben.

Fundamental bleibt das Bild kurzfristig eher gemischt. Die globalen Versorgungsdaten sind weiterhin komfortabel, und sowohl Südamerika als auch die USA liefern derzeit keine klar bullischen Impulse. Gleichzeitig ist der Markt nach den Rückgängen der vergangenen Wochen bereits deutlich vorsichtiger geworden.

Interessant bleibt der Blick auf die COT-Daten. Das Managed Money hat seine Long-Positionen weiter reduziert und hält aktuell noch knapp über 150.000 Kontrakte netto long. Das ist weiterhin eine ordentliche Positionierung und spricht strukturell nicht gegen den Markt. Gleichzeitig ist aber auffällig, dass die Positionierung zuletzt schrittweise abgebaut wurde. Der institutionelle Rückenwind ist also noch vorhanden, wird aber schwächer.

Saisonal wird Soja nun zunehmend spannender. Häufig bildet der Markt Anfang Juli ein wichtiges Tief aus, bevor anschließend wieder eine stärkere Aufwärtsbewegung einsetzen kann. Genau dieses Zeitfenster rückt jetzt näher. Sollte sich die Saisonalität auch in diesem Jahr durchsetzen, könnte die aktuelle Schwächephase in den kommenden Wochen eine interessante Ausgangsbasis bilden.

Fazit:

Sojabohnen haben die Woche mit einem Minus von 0,80 % bei 1.113,25 US-Cents beendet. Die Bewegung war wenig spektakulär, aber der schrittweise Abbau der Managed-Money-Long-Positionen bleibt ein Warnsignal. Gleichzeitig ist die Positionierung mit über 150.000 Kontrakten netto long weiterhin strukturell unterstützend. Entscheidend wird nun die saisonal wichtige Phase Anfang Juli.
Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.