Sojabohnen unter Druck: Schwache Woche trotz weiterhin starker Fondspositionierung
Rohstoffe
Carsten Stork
08. Juni 2026

Sojabohnen unter Druck: Schwache Woche trotz weiterhin starker Fondspositionierung

Sojabohnen unter Druck: Schwache Woche trotz weiterhin starker Fondspositionierung


Der Sojabohnen-Future hat eine sehr schwache Handelswoche hinter sich. Der an der CBOT gehandelte Kontrakt verlor auf Wochenbasis 5,42 % und schloss bei 1.122,25 US-Cents je Bushel. Damit folgte Soja dem breiten Druck, der in der vergangenen Woche nahezu alle Rohstoffmärkte erfasst hat. Der Schlusskurs lag nahe am Wochentief, was zeigt, dass der Verkaufsdruck bis zum Handelsende anhielt und der Markt bislang keine überzeugende Stabilisierung ausbilden konnte.

Belastet wurde der Markt durch mehrere Faktoren gleichzeitig. Der starke US-Arbeitsmarktbericht hat den US-Dollar gestützt und die Zinserwartungen in den USA weiter nach oben verschoben. Ein fester Dollar ist für US-Agrarrohstoffe grundsätzlich schwierig, weil er die Wettbewerbsfähigkeit am Weltmarkt belastet. Hinzu kamen schwächere Aktienmärkte, bessere Wetterprognosen für die US-Anbaugebiete und weiterhin fehlende klare Kaufsignale aus China. In dieser Kombination wurden spekulative Long-Positionen in vielen Agrarmärkten reduziert.

Interessant ist jedoch der Blick auf die COT-Daten. Anders als beim Mais hat das Managed Money seine Long-Positionen bei Sojabohnen bislang nicht wirklich abgebaut. Die Fonds halten weiterhin knapp 188.000 Kontrakte netto long. Das ist aus meiner Sicht ein strukturell positives Signal. Institutionelle Anleger sind also trotz des kurzfristigen Preisrückgangs weiterhin deutlich auf der Long-Seite positioniert.

Auch die Saisonalität spricht eigentlich nicht gegen den Markt. Historisch hat der Sojabohnen-Future bis Ende Juni durchaus noch Potenzial nach oben. Aktuell dominiert jedoch der breite Liquiditäts- und Risikodruck. Der Markt handelt momentan weniger die saisonale Logik als vielmehr das makroökonomische Umfeld.

Fazit:
Der Sojabohnen-Future hatte mit einem Wochenminus von 5,42 % und einem Schlusskurs bei 1.122,25 US-Cents eine schwache Woche. Kurzfristig ist das technische Bild angeschlagen. Gleichzeitig bleiben die COT-Daten mit knapp 188.000 Managed-Money-Long-Kontrakten konstruktiv, und auch saisonal wäre bis Ende Juni noch Rückenwind möglich. Wir beobachten die Position engmaschig, denn der Markt muss jetzt zeigen, ob die fundamentale und saisonale Ausgangslage wieder Gewicht bekommt.
Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.