
Rohstoffe
Carsten Stork
08. Juni 2026
US-Dollar-Index zurück über 100: Starke Daten bestätigen das hawkische Zinsbild
US-Dollar-Index zurück über 100: Starke Daten bestätigen das hawkische Zinsbild

Der US-Dollar-Index-Future hat in der vergangenen Woche deutlich zugelegt. Auf Wochenbasis gewann der Kontrakt 1,12 % und schloss bei 100,025 Punkten. Das ist eine beachtliche Bewegung, zumal der größte Teil der Performance erst am Freitag nach Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten zustande kam. Der Sprung zurück über die psychologisch wichtige Marke von 100 Punkten ist kurzfristig ein starkes Signal.
Der entscheidende Punkt ist: Die Arbeitsmarktdaten haben das Zinsbild nicht grundlegend gedreht, sondern das bereits bestehende hawkische Bild bestätigt. Der Markt hatte sich schon zuvor von Zinssenkungsfantasien entfernt und zunehmend ein Szenario höherer US-Zinsen eingepreist. Der starke Arbeitsmarktbericht hat diese Einschätzung nun klar untermauert.
Für die Fed bedeutet das: Es gibt derzeit kaum Argumente für schnelle Zinssenkungen. Eine robuste US-Konjunktur, ein stabiler Arbeitsmarkt und weiterhin erhöhter Inflationsdruck sprechen eher dafür, dass die US-Notenbank restriktiv bleibt. Im Gegenteil: Der Markt preist inzwischen sogar ein, dass bis Jahresende eine weitere Zinserhöhung möglich ist. Genau diese Bestätigung hat dem US-Dollar zusätzlichen Rückenwind gegeben.
Hinzu kam der breite Risk-Off-Modus an Aktien-, Krypto- und Rohstoffmärkten. In solchen Phasen wird der Dollar häufig zusätzlich als Liquiditäts- und Sicherheitswährung gesucht. Damit kamen in der vergangenen Woche zwei Faktoren zusammen: die Bestätigung eines höheren US-Zinspfads und steigende Risikoaversion.
Auch die COT-Daten zeigen eine leichte Verbesserung. Das Managed Money hat seine Long-Positionen im US-Dollar-Index etwas ausgebaut und hält nun knapp über 3.700 Kontrakte netto long. Das ist keine extreme Positionierung, aber ein Hinweis darauf, dass institutionelle Anleger wieder etwas konstruktiver auf den Dollar blicken.
Saisonal bleibt allerdings Vorsicht angebracht. Der Sommer ist für den Dollar-Index historisch eher eine schwierigere Phase. Das spricht gegen blinden Optimismus, ändert aber nichts daran, dass das kurzfristige Momentum klar zugunsten des Dollars gedreht hat.
Fazit:
Der US-Dollar-Index hat mit einem Wochenplus von 1,12 % und einem Schlusskurs bei 100,025 Punkten ein starkes Signal geliefert. Wichtig ist: Die Arbeitsmarktdaten haben das Zinsbild nicht gedreht, sondern bestätigt. Der Markt lag mit seiner hawkischen Neubewertung richtig. Kurzfristig spricht das Momentum für den Dollar, während die Saisonalität im Sommer ein Risikofaktor bleibt.

Carsten Stork
Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.