
Rohstoffe
Carsten Stork
08. Juni 2026
Weizen-Future bleibt schwach: Wetter, Dollar und Erntedruck belasten den Markt
Weizen-Future bleibt schwach: Wetter, Dollar und Erntedruck belasten den Markt

Der an der CBOT gehandelte Weizen-Future hat eine sehr schwache Handelswoche hinter sich. Auf Wochenbasis verlor der Kontrakt 4,92 % und schloss bei 580,25 US-Cents je Bushel. Der gesamte Wochenverlauf war von erheblichem Verkaufsdruck geprägt.
Erholungsversuche blieben schwach, der Markt bewegte sich nahezu durchgehend nach unten und ging nahe dem Wochentief aus dem Handel. Technisch ist das aktuell kein überzeugendes Bild.
Der Druck kam aus mehreren Richtungen. Der starke US-Arbeitsmarktbericht hat den US-Dollar gestützt und die Zinserwartungen in den USA weiter nach oben verschoben. Ein fester Dollar belastet US-Agrarrohstoffe grundsätzlich, weil er ihre Wettbewerbsfähigkeit am Weltmarkt verschlechtert. Zusätzlich wirkten bessere Wetterbedingungen in den US-Anbaugebieten, der Beginn der Winterweizenernte und verbesserte Produktionsaussichten in Russland negativ auf die Preise.
Auch die Nachfragekomponente bleibt schwierig. Die bislang fehlenden klaren Kaufsignale aus China belasten den gesamten Grain-Komplex. Zwar gibt es einzelne unterstützende Faktoren, etwa mögliche Importnachfrage durch regenbedingte Qualitätsschäden bei chinesischem Weizen. Der Markt handelt aktuell aber vor allem das kurzfristig bessere Angebotsbild und den breiten Abbau von Risiko in Agrarrohstoffen.
Bei den COT-Daten hat das Managed Money seine Short-Positionen wieder ausgebaut und hält inzwischen knapp 41.000 Kontrakte netto short. Das ist kein bullishes Signal, aber auch keine extreme Positionierung im historischen Vergleich. Deshalb würde ich die COT-Daten aktuell nicht als Hauptargument werten. Entscheidend ist vielmehr, dass der Markt technisch schwach bleibt und bislang keine Käuferdynamik sichtbar ist.
Auch saisonal bekommt Weizen derzeit wenig Rückenwind. Der Markt befindet sich in einer Phase, in der die Kurse tendenziell weiter anfällig bleiben können.
Fazit:
Der Weizen-Future bleibt klar angeschlagen. Das Wochenminus von 4,92 %, der Schlusskurs bei 580,25 US-Cents und der schwache Wochenschluss zeigen deutlichen Druck. Belastend wirken vor allem Dollar-Stärke, bessere Wetterbedingungen, Erntedruck und fehlende Nachfrageimpulse. Die COT-Daten sind zusätzlich nicht positiv, aber auch nicht extrem negativ. Entscheidend ist jetzt, ob sich der Markt stabilisieren kann oder ob die schwache Saisonalität den Druck weiter verlängert.

Carsten Stork
Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.