Weizen: Kleines Wochenplus, aber Saisonalität bleibt schwierig
Rohstoffe
Carsten Stork
15. Juni 2026

Weizen: Kleines Wochenplus, aber Saisonalität bleibt schwierig

Weizen: Kleines Wochenplus, aber Saisonalität bleibt schwierig


Der Weizen-Future, gehandelt an der CBOT, beendete die vergangene Handelswoche leicht im Plus. Auf Wochensicht legte Weizen um 0,86 % zu und schloss bei 585,25 US-Cents.

Damit war die Woche insgesamt eher unspektakulär. Der Markt konnte sich zwar etwas stabilisieren, eine wirklich dynamische Aufwärtsbewegung ist daraus aber noch nicht entstanden. Nach den Rückgängen der vergangenen Wochen ist das kleine Plus zunächst positiv, verändert das Gesamtbild aber noch nicht grundlegend.

Fundamental bleibt die Lage gemischt. Auf der einen Seite gibt es weiterhin Sorgen um die US-Winterweizenernte. Die USDA-Daten zeigen, dass die Hard-Red-Winter-Wheat-Produktion auf ein sehr niedriges Niveau gefallen ist. Das ist grundsätzlich unterstützend für den Markt. Auf der anderen Seite bleiben die globalen Vorräte komfortabler, als es der US-Ernteausfall allein vermuten lässt. Genau deshalb fehlt dem Weizen-Future bislang der klare Impuls nach oben.

Auffällig bleibt der Blick auf die COT-Daten. Das Managed Money hat seine Short-Positionen weiter ausgebaut und hält inzwischen mehr als 57.000 Kontrakte netto short. Das zeigt, dass institutionelle Marktteilnehmer den Weizenmarkt weiterhin skeptisch sehen. Gleichzeitig kann eine so hohe Short-Position später auch eine Gegenbewegung verstärken, wenn der Markt überraschend nach oben dreht und Short-Positionen eingedeckt werden müssen.

Kurzfristig bleibt jedoch die Saisonalität ein Belastungsfaktor. Gerade zu Beginn des Sommers sieht das saisonale Muster bei Weizen häufig nicht besonders gut aus. Bis in den Juli hinein müssen wir daher weiterhin mit Druck oder zumindest mit fehlender Aufwärtsdynamik rechnen.

Fazit:

Weizen hat die Woche mit einem Plus von 0,86 % bei 585,25 US-Cents beendet. Das ist eine kleine Stabilisierung, aber noch kein überzeugendes Kaufsignal. Die hohe Managed-Money-Short-Position bleibt auffällig, während die Saisonalität bis in den Juli hinein eher gegen den Markt spricht. Ich beobachte die Position weiter, bleibe kurzfristig aber vorsichtig.
Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.